Statements der Jury 2021/22

Die Projekte überzeugten allesamt durch ein sehr hohes künstlerisches Niveau. Das Engagement der beteiligten Lehrer*innen und die Ausdruckskraft der Schüler*innen zeigte sich in den jeweiligen Arbeiten äußerst intensiv. Leichtigkeit und Tiefe kamen gleichermaßen zur Geltung sowie eine Diversität, die sich nicht nur durch die einzelnen Sparten, sondern auch in gänzlich verschiedenen Sicht- und Herangehensweisen abbildete. Ich freue mich auf die nächste Generation junger Menschen, die sich gleichermaßen kritisch und lustvoll mit der Zukunft beschäftigt.

Yvonne Zahn


Als Verantwortlicher für die bundesweiten Netzwerke Musik und Tanz sowie als Fachdidaktiker im Bereich Musik an der PH NÖ durfte ich erstmalig Mitglied dieser Jury sein. Im Vorfeld war ich schon sehr gespannt auf die Anzahl und Qualität der Einreichungen bzw. aus welchen Fachbereichen und Fächerkombinationen sich diese zusammensetzten. Aus meiner beruflichen Erfahrung kenne ich die Unterrichtsqualität vieler Lehrpersonen im kreativen Bereich der Primar- und Sekundarstufen in ganz Österreich. Es erstaunt mich trotzdem immer wieder, mit welch teilweise einfachen Mitteln Kollegen*innen ihre Schüler*innen begeistern und Projekte mit ihnen gestalten, dessen Ergebnisse professioneller nicht sein könnten.

Die Anzahl der teilnehmenden Schulen sowie die vielfältigen Einreichungen aus den verschiedensten Schultypen zeigen immer wieder, wie wichtig Kunst im weitersten Sinne in unserer Gesellschaft und speziell in der Bildungspolitik ist und hoffentlich noch lange sein wird.

Ich möchte kein einzelnes Projekt herausgreifen, um die Leistung der übrigen teilnehmenden Schulen nicht zu schmälern. Ich kann nur aus meiner Sicht allen teilnehmenden und speziell den prämierten Schulen mit ihren Lehrenden und Schülern*innen zu ihren ausgezeichneten Leistungen gratulieren. Allen Lehrpersonen wünsche ich, dass sie weiterhin so offen und weitblickend im Sinne ihrer Schüler*innen ihren Unterricht gestalten, damit noch viele Generationen in den Genuss unserer Kunst und Kultur kommen können.

Ein Dank gilt dem OeAD mit seinen Mitarbeitern*innen, die diesen ausgezeichneten Wettbewerb organisiert und begleitet haben.

Mike Rumpeltes


Die diesjährigen Einreichungen zum Thema „Kunst Bild(et) Chancen“ stellt eine sehr vielfältige und „bunte“ Mischung an künstlerischen Projekten dar, die gestalterisch gesellschaftliche Zusammenhänge sichtbar machen. Das Engagement von einzelnen Schülern, ganzen Klassen, Lehrern war in den Projekteinreichungen klar zu spüren und in den kreativen Elaboraten wurden spannende Umsetzungen zu den wichtigen Themen "Digitaler Wandel", "Inklusion und Diversität" oder "Nachhaltigkeit" sichtbar gemacht.

Besonders spannend finde ich das künstlerische Gemeinschaftsprojekt „Schön aber wertlos“. Dieses setzt sich mit zwei der derzeit gesellschaftlich brisantesten Themendem Digitaler Wandel und der Nachhaltigkeit auseinander. Die umgesetzten Installationen verbildlichen die Thematik sehr klar und machen Themen wie Abholzungen bildlich verständlich und tragen somit dem Kommunikationsprozess bei.

Besonders gut kommt bei dem Projekt „Sexismus hautnah erleben“, die inhaltliche Beschäftigung mit dem Thema zur Geltung.Dieses ist ein erzählendes Fotobuch über den Alltagssexismus der Frau. Es werden mehrere Geschichten von Frauen präsentiert, die ein unangenehmes bzw. sexistisches Ereignis in der Öffentlichkeit erzählen. Alltagsprobleme werden hierbei klar angesprochen und die Chancengleichheit und Machtpositionen dargestellt, um ein Umdenken zum Thema Belästigung bzw. Missbrauch voranzutreiben. Das Fotobuch ist ein sehr intensives und gestalterisch hochwertig umgesetztes Fotobuch.

Als weiteres Beispiel, neben den vielen tollen Einreichungen, möchte ich das Projekt „iFood – From Einkaufszettel to Apple“ hervorheben.

Es ist ein "Digital-Art"-Projekt“, welches künstlerisch-kreativ auf die Lebensmittelproduktion in der Gegenwart und Zukunft hinweisen will. Ein sehr aktuelles und gesellschaftlich bewegendes Thema. Die Umsetzung als Pixel-Art Bilder generiert dabei eine sehr eigene Ästhetik, die dem Thema weitere Gesichtspunkte verleiht. Das Projekt, welches vom analogen Raum (dem Einkaufszettel), über die digitale zweidimensionale Umsetzung – weiters in die dreidimensionale Produktion - themenkritisch arbeitet – ist ein gesamtheitlich wunderbar abgerundeter Prozess.

Wolfgang Weinlich